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01.06.2015

Kryptowährungen lassen Bargelddebatte ins Leere laufen

Mit seinem Beitrag zur Abschaffung von Bargeld hat Prof. Bofinger eine spannende Debatte losgetreten. In kaum einem europäischen Land dürfte der Hang zum Bargeld so groß sein wie in Deutschland.

Während viele Staaten Bargeldzahlungen ab einer bestimmten Höhe heute schon begrenzen, ist die Liebe der Deutschen zu Ihrem Bargeld ungebrochen. Befürworter von Bargeld hingegen halten es für die letzte Bastion uneingeschränkter Anonymität und individueller Freiheit in einer vermeintlich total überwachten digitalisierten Welt.

Kritiker halten Bargeld für zu anfällig für kriminelle Machenschaften aller Art. Es gibt aus ordnungspolitischen Erwägungen gute Gründe, den Vorschlag Bofingers ernst zu nehmen. Schwarzgeld, Steuerhinterziehung und Geldwäsche nutzen gerne die Anonymität des Bargelds.

Doch wäre zur Erreichung dieses Ziels eine vollständige Abschaffung von Banknoten und Münzen notwendig. Die Abschaffung der 500- und 200-Euro-Banknoten wäre schon ein wichtiger Schritt zur Bekämpfung des Missbrauchs von Bargeld. Sicherlich kann man auch mit hunderttausend 10-Euro Scheinen eine Million transportieren, aber eben mit entsprechendem Aufwand. Zwanzig Bündel 500-Euro Scheine erledigen den gleichen Job, passen aber problemlos in einen Aktenkoffer und in ein Bankschließfach.

Wie auch immer man zu einem Bargeldverbot stehen mag, in der Debatte um analoges oder digitales Bezahlen bleibt unbeachtet, dass mittlerweile auch digitales Bezahlen fast keine Spuren mehr hinterlassen muss. Die Kryptotechnologie, die hinter vielen digitalen Währungen steckt, hat unter dem Gesichtspunkt der Anonymität mehr mit Bargeld gemein als mit bargeldlosen Bezahlverfahren. Denn das Prinzip der Pseudonymität, das Kryptowährungen zugrunde liegt, ermöglicht – wenn gewollt – weitgehend anonymes Bezahlen.

Und kriminell geht auch digital: Schon heute gibt es genug Möglichkeiten, auch digital illegale Geschäfte abzuwickeln, wie das Beispiel der US-amerikanischen Drogen- und Waffenbörse Silkroad gezeigt hat. Das Argument der Kriminalitätsbekämpfung jedenfalls greift bei der Abschaffung des Bargelds nur bedingt.

Die Kryptotechnologie – die manche gar mit umwälzenden Erfindungen wie dem Buchdruck oder Dampfmaschine vergleichen – hat langfristig das Potential, mehr als nur das mobile Bezahlen zu verändern. Für viele Gebiete auf der Welt, die mittlerweile zwar flächendeckend mit mobilem Internet, aber nicht mit Bankfilialen ausgestattet sind, könnte das die Zukunft sein.

Die Zukunft digitaler Währungen hängt auch davon ab, ob sich bekannte digitale Big Player oder einzelne Staaten die Technologie digitaler Währungen zu Eigen machen und Krypto-Bezahlsysteme etablieren, ob es einen digitalen Euro geben wird oder ob Griechenland einen future-tax-coin einführt. Das Potenzial, zum Bargeld 2.0 zu werden, haben Kryptowährungen allemal.

Fakt ist aber auch: Besonders die Deutschen werden auf Ihr Bargeld auch in absehbarer Zeit nicht verzichten wollen.

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